Briefmarken-Handbuch
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Lexikon

T

Tauschen
Tauschtag
Tiefstgeprüft

Tauschen
Als in den Katalogen noch einigermaßen nachvollziehbare Preise aufgeführt waren, war der Briefmarkentausch sehr beliebt. Man schaute sich gegenseitig in die Dublettenalben, stellte fest, daß man das Eine oder Andere brauchen könnte, der Tauschpartner fand bei meinen Doppelten ebenfalls etwas - und schon konnte es losgehen. Erinnern kann ich mich noch, daß höherwertige Marken ebenfalls nur gegen höherwertige getauscht wurden. So richtige Qualitätskriterien wurden nicht beachtet, um so etwas machte man sich, abgesehen von den "Zähnen", keine Gedanken.
Aber es hat richtig Spaß gemacht, wieder ein paar Lücken geschlossen zu haben.
Zwischenzeitlich sind die Katalogpreise in alle Richtungen aus dem Ruder gelaufen, spiegeln keinen echten Sammelwert mehr wider, sind die Preise einer Interessengruppe.
Schaut man in den Briefmarkenzeitungen unter der Rubrik "Tauschen", liest man, daß Sammler ihre alte wertlose Massenware möglichst günstig gegen postgültige Briefmarken tauschen möchte.
Was auch sollte, schaut man sich die Katalogpreise einmal an, die Basis für einen Tausch sein. Völlig undifferenziert, mal zu hoch, mal zu niedrig.
Wie bitte? Die Preise sollte man aushandeln, den wahren Wert der Tauschobjekte einschätzen, man kenne doch den Markt?
Hoppla, da wären wir ja wieder bei den Argumenten, warum man z.B. einen Katalog kaufen sollte. Wie soll der junge, wie auch der gesetztere "Spaßsammler" z.B. mit der willkürlich herausgesuchten MiNr. 659 (Berlin) umgehen? Die hat eine Auflage von 8,2 Mio. Stück, kostete damals knapp über 30 Eurocent und hat heute einen Katalogpreis von € 1,60. Das ist mehr als das 5-fache des ursprünglichen Wertes für eine Marke, die aufgrund ihrer Häufigkeit absolut nichts wert ist?
In Kommentaren hochgestellter Mitglieder der Briefmarkenlobby in deren Vereinsblatt oder Briefmarkenzeitungen hört man dann förmlich das hämische Lachen, wenn man dort liest, diese Sammler sollten doch aufhören sich Reich zu rechnen. Im übertragenen Sinn, sie sollen endlich kapieren, daß Gesagtes und Geschriebenes prinzipiell anders zu beurteilen ist, als sie meinen.
Das Fazit lautet demnach: Tauschen ist sehr schwierig geworden, ist aber trotzdem die schönste Möglichkeit, sammeln zu einem gemeinsamen Vergnügen zu machen, sich auszutauschen, Sammlung und Wissen zu erweitern.
Und, das wird auch hier wieder ganz klar, Wissen ist die wichtigste Voraussetzung für dieses Hobby. Da kann man nur froh sein, daß dieses Lernen so viel Spaß macht.