Briefmarken-Handbuch
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Das ist die Front, an der sich entscheidet, wie erfolgreich man als Sammler sein wird.
Und es ist erschreckend, wie viele unlautere Marktteilnehmer es gibt, die jeglichen Erfolg zugunsten eigener Vorteile verhindern wollen.
Die Briefmarkenkataloge führen Preise auf, die mit der Realität absolut nichts zu tun haben. Sie sind, das kann man in den Vorworten dieser Kataloge lesen, die Preise von Händlerverkaufspreislisten. Preise also, die die Händler erzielen wollen! Er versucht (logischerweise?), einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Er begründet dies mit seinem Einkaufspreis, seiner Lagerhaltung, seinen laufenden Kosten und seinem Service - und verdienen wolle er auch etwas. Wenn es aber so ist, daß ich für das, was ich dort kaufe, ein Vielfaches bezahlen muß, was es anderer Stelle kostet, dann hört jeglicher Spaß auf. Ein dann so offensichtlich falsch kalkuliertes Unternehmerrisiko müssen wir Sammler nicht tragen.
Ich kaufe meine Briefmarken seit vielen Jahren fast ausschließlich über das Internet, und hier speziell bei "ebay". Hier muß ich die Preise bezahlen, die diese Objekte auch wert sind. Die, die mich interessieren, sind hervorragend bebildert und beschrieben. Ist es etwas Besonderes, werden sich viele Bieter darauf stürzen und es werden hohe Preise erzielt. Da muß ich dann entscheiden, wie weit ich da mitgehe. Dann ersteigere ich auch mal etwas, dessen Wert andere nicht erkennen, zu einem sehr günstigen Preis - und ich stelle vor allem immer wieder fest, daß für Schrott oder Massenware kein Markt vorhanden ist, es ist unverkäuflich und Billiges wird auch zu entsprechenden Preisen versteigert.
Wenn man dann z.B. die Preisliste eines ganz großen Briefmarken-Versenders erhält, in der er gute Bund-, Berlin- oder DDR-Marken so um die 70 % vom Michel anbietet und man vorher die gleichen Marken für um die 20 % vom Michel im Internet eingekauft hat, weiß man, was man falsch machen kann, fragt sich, was da passiert.
Nehmen wir mal an, wir haben die MiNr.74 (Albert Lortzing) im Handel zu 70 % vom Katalogwert, also für € 50,-- gekauft, postfrisch. Nun gehen wir schnurstracks in das Briefmarkengeschäft auf der anderen Straßenseite und bieten diese Marke dem dortigen Händler an - und staunen: er bietet uns dafür ca. € 10,--. Wo bitteschön sonst kann man so schnell so viel Geld verlieren?
Ach ja, wenn man in diesem System irgendwann doch mal die eingesetzten € 50,-- wieder herausbekommen möchte, müßte der Katalogpreis von jetzt € 70,-- auf etwa € 350,-- ansteigen!
Ich habe diese Marke übrigens tatsächlich in erstklassiger Qualität für knapp über € 10,-- bei "ebay" gekauft und sie mit Erfolg prüfen lassen. Wenn ich sie nun wieder bei "ebay" verkaufen wollte, bekäme ich mit Sicherheit meinen Einsatz plus Prüfgebühr wieder zurück. Nicht nur heute.
Und noch schlimmer ist es bei den Massenmarken, den FDC und den ETB. Die verkaufen Händler auch immer wieder für um die 70 % vom Katalogwert - und die sind dann überhaupt nicht mehr verkäuflich. Totalverlust!
Ein kleiner, leicht abgewandelter (weiser) Spaß des Börsengurus Kostolany: man kann mit Briefmarken ein kleines Vermögen machen - wenn man ein großes einsetzt.
Vorausgesetzt, man läßt das mit sich machen.
Will man gute Einkäufe tätigen, ist Wissen gefragt. Je mehr, desto besser. Ein einfaches Beispiel, das für alle Fälle gelten kann: Die Berliner MiNr. 822, mit dem überzogenen **-Preis von 70 Eurocent (Auflage 10,75 Mio.!), weist im rechten unteren Eckrand mit der Formnummer 1 immer den Plattenfehler 822 I auf (ebenfalls überzogener Katalogpreis € 75,--). Bei "ebay" wird dieses Stück immer mal wieder ohne Hinweis (und Wissen?) auf diesen Plattenfehler angeboten. Augen auf, selbst denken und handeln. Finden Sie die Möglichkeiten.
Und noch ein oft gegebener Hinweis: die seit ca. 1960 in Abonnements gekauften und postalisch nicht mehr gültigen 08/15-Briefmarken sind heute nichts mehr wert, weil sie unverkäuflich sind! Sie sind massenhaft vorhanden. Abo? Nein danke!
Es gibt sicher viele Händler, die ihre Kunden ehrlich behandeln, reelle Preise haben, einen sehr guten Service bieten, Wünsche zu akzeptablen Bedingungen erfüllen. Die sollte, nein, die muß man unterstützen.
Aber viele haben bis heute nicht begriffen, was da im Moment passiert, kauern wie die Maus vor der Schlange, warten auf das Ende. Ich bin mal gespannt, wie viele "Fachgeschäfte" noch schließen müssen, bis sich was ändert, sich der notwendige Wandel vollzieht.