Briefmarken-Handbuch
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Massenware
Als solche bezeichnet man alles, was öfter vorhanden ist, als es nachgefragt wird!
Das bedeutet im Wirtschaftsleben, will ein Produzent oder ein Händler eine massenhaft vorhandene, im Prinzip unverkäufliche Ware verkaufen, muß er den Verkaufspreis so gestalten, daß der Artikel u.U. "auf Vorrat", oder gar unmotiviert gekauft wird.
Wie komme ich jetzt nur auf Tomaten? Ach, stellen wir uns einfach mal vor, die Tomatenernte geht zu Ende. Hochsommer, Hitze, gewaltige Mengen Tomaten reifen alle auf einmal, müssen geerntet und möglichst schnell verkauft und verarbeitet werden. Werden sie heute nicht verkauft, sind sie morgen verdorben.
5 Pfund für € 2,00, 10 Pfund für € 1,50 bilden da einen guten Anreiz, wenn, ja wenn die Ware erstklassig ist. Man kann Tomatensaft oder -soße daraus machen, Konzentrat zubereiten, sie trocknen, einfrieren oder .... Auch der häufigere sofortige Gebrauch in den verschiedensten Varianten ist möglich (z.B. sonnenreife Tomaten, Büffel-Mozzarella, wenig Salz, bestes Olivenöl, frisches Basilikum, ein knuspriges Baguette und ein Viertel sehr kühlen Rosè an einem warmen, lauschigen Plätzchen.....).
Doch es nützt alles nichts, ein großer Teil ist unverkäuflich, der Markt einfach nicht mehr aufnahmefähig. Dort regelt das nun die Natur: alles was nicht innerhalb einer gewissen Zeit verarbeitet ist, vergammelt, fault, ist nicht mehr eßbar, wird kompostiert und damit dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt.
Ganz anders sieht das auf dem Briefmarkenmarkt aus. Da wird von Anfang an ständig Massenware in allen nur erdenklichen Varianten und weitaus größeren Mengen produziert, als es der Markt je aufnehmen kann.
Wieviel Sammler für den Bund wird es geben? 500 000 oder 600 000? Denen werden nun Auflagen von 3, 10, 30, 100 Millionen Stück und mehr vorgesetzt, aus denen die sich nun für ihre Sammlung und oft mehrfach zu Tauschzwecken per Abonnement bevorraten, fast ausschließlich postfrisch, versteht sich.
OK, zugegeben, einige sammeln auch gestempelt. Aber wie viele lassen sich ihre Marken gleich bei der Versandstelle mit diesen massenhaften Stempeln (buchstäblich) entwerten oder sammeln diese unsäglichen Schmuckersttagsbriefe oder Ersttagsblätter.
Die Marken vom Bund kann man zum Postpreis bei der Post erwerben, die meisten ausländischen Marken aber nur mit einem deftigen Aufschlag von 25 bis 50 % über die Händler.
Bis hierher war alles wie bei den Tomaten.
Doch nun, nachdem eine Massenernte den Markt überschwemmt, vergammeln die nicht verkauften Tomaten, während diese Briefmarkenmassen das nicht tun. Sie bleiben uns erhalten und häufen sich seit nun schon mehr als 150 Jahren zu gewaltigen Bergen nicht sammelwürdigen, absolut wertlosen Schrotts.
Und genau diesen Schrott, den sie sogar ganz gezielt in großen Posten kaufen, verkaufen die Händler nun an desinformierte, leichtgläubige Sammler. Hierbei helfen ihnen die Briefmarkenkataloge, die diese Massenware total überzogen bewerten, es den Händler dadurch ermöglichen, hohe Nachlässe für Wertloses vorzutäuschen und so zu Lasten der Sammler deftige Gewinne einzufahren.
Als aufmerksamer, kritischer und vielleicht informierter Beobachter hat man das Gefühl, der Briefmarkenmarkt wäre ein einziger großer Sonderangebots-Bazar.
Die Lehre daraus ist aber, daß man sammelwürdige Briefmarken nie im Sonderangebot bekommt. Höchstens mal etwas billiger, wenn ein Händler z.B. eine größere Menge sammelwürdigen Materials "auf Lager" hat.
Alles, was sich so als "Sonderangebot" darstellt, ist um 100 % überteuert, einfach der Versuch, Wertloses noch mit gutem Gewinn zu verhökern.
Mal probieren: Diese Sonderangebote bekommt man z.B. bei ebay zum Selbstkostenpreis (Arbeitsaufwand für den Verkauf) und oft um 90 % billiger als durch sogenannte Sonderangebote.
Besser ist es allerdings, die Finger ganz von solcher Massenware zu lassen und sich einfach den Spaß gönnen, konzentriert nur beste Qualität zu sammeln.
Dort sind Enttäuschungen ausgeschlossen!