Briefmarken-Handbuch
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Spielregeln
Die Gedanken sind frei und bei uns kann jeder Einzelne, auf sich selbst bezogen, frei bestimmen, ich sag mal ganz pauschal, sein Leben so zu gestalten, wie er es für richtig hält. Ein altes Sprichwort sagt: "jeder ist seines Glückes Schmied" - und das beinhaltet, daß auch jeder für die Folgen seines Handelns einzustehen hat.
Geht es um die Freiheit der Anderen, sind Regeln zu beachten, geschriebene und ungeschriebene.
Die ungeschriebenen Gesetze sind Produkte unserer Fähigkeit zu denken, entspringen ethischen Forderungen an uns selbst. Da spielen Verantwortung, Moral, Achtung, Mitgefühl, Rücksichtnahme und ähnliches die entscheidende Rolle. Dieser Part, und nur der, unterscheidet uns vom Tier, wobei man einschränkend sagen muß, daß selbst dort soziale Ansätze vorhanden sind, die hohen menschlichen Ansprüchen nahe kommen.
Werden diese moralischen Ansprüche in grober Weise mißachtet, greift der Gesetzgeber ein, formuliert Grenzen, schafft Gesetze. Richter entscheiden über Recht und Unrecht, legen Strafmaße fest.
Jeder, aber wirklich jeder Bereich bis in den kleinsten Winkel unseres Lebens unterliegt Regeln, seien es die beim Spiel, im Straßenverkehr, bei Reisen, beim Beginn und bei der Beendigung eines Zusammenlebens, im Zusammenspiel mit Banken, Versicherungen, beim Bäcker an der Ecke - aber auch die der Natur.
Spielregeln halt, der Versuch, menschliche Vorzüge zu erhalten, zu wecken oder einzufordern.
Halt! Wie schaut es eigentlich in der Philatelie aus? Tatsächlich, da gibt es keine Spielregeln. Jeder sammelt, was und wie es ihm in den Sinn kommt, macht Geschäfte, manipuliert, bewertet, beschreibt und und und. Niemand kann irgendwo nachlesen, wie dieses schöne Hobby eigentlich funktioniert.
Nein, es ist regellos, es ist chaotisch, von sinnvoll bis sinnlos, von ehrlich bis betrügerisch, von spaßig bis frustig.
Und ein Großteil der Sammler weiß nicht mal, wo er sich da einordnen kann, und die, die betrügen, die dieses Chaos ausnützen, zucken nur mit den Schultern: steht da irgendwo was geschrieben?
Welche Auswirkungen hätten Spielregeln auf unser Hobby?
Bezogen auf die Freiheit des Einzelnen, gar keine. Jeder kann nach wie vor sammeln, was und wie er will. Aber, er könnte irgendwo nachlesen, wie das, was er und wie er es tut, zu bewerten ist, kann es ignorieren oder beachten - kann Erfolg oder Mißerfolg steuern.
Junge Sammler bekämen automatisch sinnvolle, ihrem Vorteil dienende Informationen, würden sich spielend in ein wunderbares Hobby hineinfinden, könnten ein ungestörtes, lebenslanges Hobby aufbauen und pflegen - Nachwuchsprobleme ade!
Eine Belebung der Vereine wäre alleine schon dadurch höchstwahrscheinlich, daß es wieder eine Tauschbasis gäbe.
Der Philamarkt würde sich von den ungeheuren Schrottbergen befreien können, sich wieder auf sich besinnen, weil die Sammler erkennen, daß unprüfbar gestempelte Briefmarken wertlos oder nicht sammelwürdig sind, wie auch jegliche beschädigten Marken, Marken mit Falz, "höher" geprüfte, manipulierte und nur für Sammler künstlich gestaltete Objekte und vor allem auch Massenware.
Die Kataloghersteller würden erkennen, daß die Sammler ihre Kunden sind. Die Katalogbewertungen würden zu wirklichen, den wahren Wert der Briefmarken wiedergebende Bewertungen. Sie würden sich in allen Bereichen den Ansprüchen der Sammler anpassen müssen, jeder Sammelbereich könnte als Teilbereichskatalog bezogen werden - und die Sammler würden wieder regelmäßig Kataloge kaufen wollen oder gar müssen.
Der Handel würde sich aufgrund fehlenden Materials gesund schrumpfen - nur noch echte Dienstleister und Spezialisten blieben übrig - falls überhaupt.
Briefmarken-Zeitschriften würden sich zu Informationsquellen für die Sammler wandeln, hätten aktuelle Inhalte - und "Phila-Geschichte" wäre nur noch ein Teil des Inhalts und nicht mehr ausschließlicher Zweck.
Fälschung und Manipulation würden machtvoll und kompromißlos bekämpft.
Und die Post könnte wieder zu dem werden, was sie ist: ein Dienstleister, der ganz einfach die Aufgabe hat, Post von A nach B zu transportieren und nicht "kreativer" Hersteller unsinniger Sammler-Produkte.
Die Briefmarkensammler würden klar erfahren, daß der heutige "Pseudo-Verband" gar keine Sammler-Vertretung ist, sondern gegen sie arbeitet.
Man kann sich vorstellen, daß die heutigen Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) eine "ARGE Briefmarken" als Spitzen-Vertretung der Briefmarkensammler entstehen lassen, die die Aufgaben übernimmt, die ein Verband laut Definition zu übernehmen hat, der Philatelie endlich eine Lobby schaffen. Vereine wären Ortsvertretungen der Arbeitgemeinschaften, Pools, aus denen die ARGEN einerseits ihren Nachwuchs bekommen, Pools andererseits, die jedem Sammler das Wissen der Argen zugänglich machen, kurz, Jungbrunnen für unser Hobby.
Fazit: Um wieder Spaß an unserem Hobby zu finden, sind "Spielregeln" für uns Sammler unabdingbar - sie hätten nur positive Folgen.
Und, zur Erinnerung: ohne uns Briefmarken-Sammler gäbe es keine Philatelie!