Briefmarken-Handbuch
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Lexikon

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Mustermarken
Die Post informiert ihre Kunden auf verschiedenste Arten darüber, wann welche Briefmarken neu erscheinen. Das geschieht z.B. durch Aushänge in den Postniederlassungen, durch vielerlei schriftliche und Bildinformation, im Internet und vielem mehr.
Ein ganz spezieller Kundenkreis (z.B. die Presse und natürlich auch Adressen der Philatelie) erhielt bis ca. 2002 darüber hinaus eine ganz persönliche Information durch die Übersendung von Originalbriefmarken mit einer Beschreibung und Nennung des Ausgabedatums. Diese Briefmarken wurden, damit sie nicht zur Freimachung von Postsendungen verwendet werden konnten, mit dem immer wieder wechselnden Stempelaufdruck "MUSTER" versehen.
Rein zur Information versandt, waren solche Marken also keine offizielle Ausgaben und werden somit richtigerweise in den Katalogen auch nicht gesondert ausgewiesen bzw. bewertet.
Aber, die Philatelie wäre nicht das, was aus ihr geworden ist, wenn sie sich nicht mit lukrativen Ausnahmen selbst bereichern würde.
So wurde z.B. 1961 eine Sondermarke "Brot für die Welt" mit Mustermarken angekündigt, die aber wenige Tage vor Erscheinen zurückgezogen wurde. Ich erinnere mich, daß die Post die "Mustermarken" zurückforderte, ein Wunsch, dem nur wenige nachkamen. Der Michel nahm diese Marke, die es genau so häufig gibt, wie alle anderen "Mustermarken" jener Zeit, bezeichnete sie als "postamtlich verschicktes Musterexemplar", nahm sie in seine Kataloge auf und bewertet sie heute mit € 12.000,--.
Das gleiche Verfahren wurde angewendet, als 7 Jahre später, also 1968, eine Marke zum 1. Todestag von Adenauer mit Mustermarke angekündigt wurde, die dann in anderer Farbe erschien. Katalogpreis € 5.000,--.
Kleiner Wettbewerb:
1. es gibt noch weitere so schöner Beispiele und 2. die Frage, wer bei solchem Geklüngel wohl die Vorteilsnehmer sind?
Immer wieder zu hörende und zu lesende Schätzungen vermuten, daß über 90 % aller angebotenen "Mustermarken" Fälschungen sind. Das ist wahrlich kein Wunder, wenn man weiß, wie kinderleicht solche Stempel zu fälschen sind.
Andererseits läßt der Umstand, daß Mustermarken prinzipiell nicht geprüft werden, vermuten, daß die Quote sogar noch um einiges höher liegt.
Da fällt es uns Sammlern doch leicht, auf "Mustermarken" zu verzichten, oder?